Psychologie
18.10.2019

Stellungnahme der DPtV zum PsychThGAusbRefG

Von Alexander Rubenbauer, Nürnberg
 

Auch für die nach altem Recht ausgebildeten Psychotherapeuten ergeben sich mit dem Gesetz einige Neuerungen. Sie behalten ihre Berufsbezeichnung (PP/KJP) und erhalten die gleichen Rechte und Befugnisse wie die zukünftig nach neuem Recht ausgebildeten Psychotherapeuten. (…)

Für die zukünftig nach neuem Recht ausgebildeten Psychotherapeuten werden sich die Ausbildungsbedingungen durch das Gesetz strukturell ändern. Statt einer dem Studium folgenden postgradualen Ausbildung mit anschließender Approbationsprüfung werden zukünftig Staatsprüfung und Approbation direkt nach dem Psychotherapiestudium möglich sein. Die nachfolgende Weiterbildung ist notwendig zur Spezialisierung und zur Eintragung in das Arztregister: „Fachkunde“ wird ersetzt durch „Abschluss der Weiterbildung“. Die Studieninhalte werden durch die neue Approbationsordnung konkretisiert. Die Inhalte der Weiterbildung werden durch die (Muster-)Weiterbildungsordnung beschrieben, die vom Berufsstand (den Psychotherapeutenkammern) erarbeitet wird. Die Weiterbildung schließt dann mit einer Prüfung durch die jeweilige Landespsychotherapeutenkammer ab.

Erst kurz vor dem Parlamentsbeschluss konnten noch Verbesserungen für Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) erreicht werden: Alle, die sich derzeit und für die Übergangszeit bis 2032 in der “alten“ Ausbildung zum PP bzw. KJP befinden, erhalten durch das neue Gesetz für die praktische Tätigkeit eine Vergütung von mindestens 1.000 Euro im Monat. Viele Detailfragen werden vom Gesetz offen gelassen und sind zeitnah zu klären. Das Gesetz regelt zudem, dass die PiA in der praktischen Ausbildung einen Mindestanteil von 40 Prozent an den Vergütungen der Ausbildungstherapien erhalten. Für Härtefälle ist eine Übergangszeit bis 2035 möglich. Ein gesichertes Einkommen für die praktische Tätigkeit der PiA war längst überfällig. Allerdings entspricht die Höhe der Vergütung bei weitem nicht der ausgeübten Tätigkeit, hier sollte nachgebessert werden.

Die gegenwärtigen Ausbildungsambulanzen erhalten einen Bestandsschutz; neue Ambulanzen, insbesondere für Systemische Therapie, können bei Bedarf ermächtigt werden. (…)

Für die zukünftigen PiW wurde ein Mindestanteil von 40 Prozent an der Vergütung der Psychotherapien bestimmt. Allerdings wurde nicht berücksichtigt, dass davon noch kein Tarifgehalt finanziert werden kann. Unsere Forderung nach einer im Sozialgesetzbuch V (SGB V) verankerten Förderung der Weiterbildung wurde bisher nicht aufgenommen. Wie sich auch im ärztlichen Bereich zeigt, ist das Vorhalten von notwendigen Weiterbildungsstrukturen und die Finanzierung der angemessenen Vergütung der Weiterbildungsteilnehmer nur mit zusätzlicher finanzieller Förderung realisierbar.

Die vollständige Stellungnahme findet sich bei der DPtV.

 

Über den Autor
Alexander Rubenbauer ist Psychologe, 32 Jahre alt und studierte Psychologie in Kassel und Eichstätt.
Er arbeitet u. a. in psychotherapeutischer Praxis in Nürnberg und ist per E-Mail zu erreichen.

 

Suche:   

Startseite · Psychologie · Persönlichkeitsentwicklung · Minimalismus · English · Zitate

URL: https://alex.pt/1431 · RSS-Feeds · Kontakt · Datenschutz ·